Kurz & Knapp: 31. ATT, Weltraumrecht, 10 Astronominnen & mehr

31. ATT, Europas größte Astronomie-Messe am Samstag, den 30. Mai 2015 in Essen, NRW:

Der ATT ist eine Messe speziell für Amateurastronomen. Er ist die größte Veranstaltung dieser Art in Europa. Hier können Sie sowohl die neuesten Teleskope und jegliches Zubehör, als auch Gebraucht- und Selbstbauinstrumente bewundern sowie mit den Herstellern und erfahrenen Amateuren Erfahrungen austauschen. Der ATT bietet aber auch eine Plattform, auf welcher sich Volkssternwarten und Vereine der Öffentlichkeit präsentieren.

http://att-essen.de/ Twitter-Hashtag: #ATT2015

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Brauchen wir Denkmalschutz auf dem Mond? Wem gehört er überhaupt? – Ein Interview des WDR mit dem Juristen Stephan Hobe zum 90jährigen Bestehen des Instituts für Luft- und Raumfahrtrecht der Universität zu Köln
http://www1.wdr.de/themen/wissen/wem-gehoert-der-mond-102.html
(Mit Dank an Rainer Kresken für den Tip)

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Vera Cooper. Vera Wer? => „10 female astronomers everyone should know“
http://www.mnn.com/leaderboard/stories/10-female-astronomers-everyone-should-know

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Erinnert sich noch jemand an die Helios-Mission? In diesem PDF-Dokument (88 MB) finden sich Infos zuhauf: http://www.researchgate.net/publication/259873018_Helios_-_Interplanetary_Experience_%28DLRGSOC%29_German_Space_Operations_Center
(Erst den Volltext anzeigen lassen. Dann oben rechts auf den „Download“-Button mit dem Pfeil nach unten klicken, falls gewünscht.)

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Kerbal Space ProgramDas Spiel für Raumfahrtfans!

In KSP, you must build a space-worthy craft, capable of flying its crew out into space, without killing them. At your disposal is a collection of parts, which must be assembled to create a functional ship. Each part has its own function and will affect the way a ship flies (or doesn’t). So strap yourself in, and get ready to try some Rocket Science!

https://kerbalspaceprogram.com/en/
(Mit Dank an Lars Fischer für den Tip)

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Viewing the Universe from the Dibner Library:

The Dibner Library of the History of Science and Technology was created from a gift by Bern Dibner, electrical engineer, inventor, collector, and science historian. At the heart of this collection are Dibner’s “Heralds of Science” , 200 seminal works that Dibner himself believed marked significant scientific advancement in their respective fields. One area that is particularly fascinating is the astronomy section.
The seventeen astronomical titles included in “Heralds” represent centuries of knowledge on the subject and each has shaped the way we think of the universe today. All have been digitized and are available in our digital library so that historians of science and amateur star gazers alike can peruse them and find inspiration.

http://blog.library.si.edu/2015/04/viewing-the-universe-from-the-dibner-library/

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Restaurierung eines Fraunhofer-Merz-Teleskops

Beeindruckende und spannende Mini-Doku: Romke Schievink war auf der Suche nach einem schönen, alten Teleskop. Eigentlich nur als Deko fürs Wohnzimmer…

(Dank an Daniel Fischer für den Link auf Twitter.)

"Fraunhofer spectroscope" by Richard Wimmer - "Essays in astronomy" - D. Appleton & company, 1900 (LCCN 00004435). Licensed under Public Domain via Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Fraunhofer_spectroscope.JPG#/media/File:Fraunhofer_spectroscope.JPG

„Fraunhofer spectroscope“ by Richard Wimmer – „Essays in astronomy“ – D. Appleton & company, 1900 (LCCN 00004435). Licensed under Public Domain via Wikimedia Commons – http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Fraunhofer_spectroscope.JPG#/media/File:Fraunhofer_spectroscope.JPG

Moon Rock 15536

Da links erwähnte ich es ja schon: Der Hauptschuldige an meiner Weltraumbegeisterung ist mein Vater. Nicht nur, weil er mir eines Abends sein Fernglas vermacht hat, mit dem ich mir dann erstmal den Mond ansah, sondern weil er auch selbst ein Faible für alles hat, was mit dem All zusammenhängt. (Nebenbei ist er auch noch Hobbymeteorologe, und zwar ein verflixt guter.)

Allerdings hat die Sache einen kleinen Haken: Mein Vater kam bereits mit einer Augenerkrankung zur Welt und erblindete mit 25 Jahren komplett. Nun ist die Astronomie für Blinde allerdings gelinde gesagt nicht gerade das zugänglichste aller Hobbys. Das hat meinen Vater aber nie davon abgehalten, sich so weit es ging weiter damit zu beschäftigen und seine Kenntnisse auch an mich weiterzugeben. Meine Mutter war ebenfalls fast blind – und so wuchs ich also in einem Haushalt auf, in dem alles auf diese Behinderung abgestimmt und entsprechend gekennzeichnet war. Unter anderem hing so weit meine Erinnerung überhaupt zurück reicht Folgendes an einer unserer Wände: (Ein Klick vergrößert das Foto.)

Credit: Ute Gerhardt, Moon Rock 15536

Credit: Ute Gerhardt, Moon Rock 15536

Es ist ein Bild der Mond-Gesteinsprobe 15536, gesammelt von Apollo 15 im Jahr 1971. Es ist aber auch gleichzeitig ein ziemlich ausgeprägtes Relief. Geht man mit den Fingern darüber, hat man tatsächlich das Gefühl, über einen Stein zu streichen. Es ist rauh und kühl, es hat Vertiefungen und eine deutliche Körnung, und ich war als Kind fasziniert von diesem Ding. Am unteren Rand steht in Braille-Vollschrift* dasselbe wie unterhalb des Bildes in Schwarzschrift: „Moon Rock No. 15536“ links, und auf der rechten Seite dann: „Apollo 15 July 26 – Aug. 7 1971“. Auf der Rückseite findet sich folgende Erläuterung: (Ein Klick vergrößert das Foto.)

Credit: Ute Gerhardt, Moon Rock 15536, Rückseite

Credit: Ute Gerhardt, Moon Rock 15536, Rückseite

Das Relief ist im Grunde ein typisches haptisches Blindenhilfsmittel, wie meine Eltern derer viele besaßen, nur wesentlich elaborierter als die meisten anderen. Ich weiß nicht, warum mir dieser Punkt nie auffiel. Mein Vater hatte das Relief nach eigener Aussage auf irgendeiner Fortbildungsveranstaltung für Blinde gekauft. Sein Blindenatlas war ganz ähnlich gestaltet, hatte allerdings keine Farben. Er bestand aus sehr kräftiger blauer Folie, in die mittels einer Tiefziehpresse die Formen und Verläufe von Flüssen, Gebirgen, Landesgrenzen etc. eingeprägt worden waren. In diesem Atlas gab es auch eine kleine Sektion mit 3D-Mondkraterlandschaften. Man konnte kleine Matchboxautos darin herum fahren lassen, und soweit ich mich erinnern kann, habe ich das auch getan, wann immer sich die Gelegenheit bot. *g*

Als ich 1989 von zu Hause auszog und anfing zu studieren, schenkte mein Vater mir das Relief der Mondgesteinsprobe. Es hing fortan in Studentenwohnheimen, WGs und untergemieteten Zimmern, in meiner ersten, zweiten und dritten Wohnung und steht heute auf einer kleinen Staffelei im Wohnzimmer.

In einem Anfall von Pfingstsauberkeitswahn staubte ich sie heute abend mal wieder ab, und da kam mir die Idee, doch aus Jux einfach mal zu googeln, was es mit diesem „Moon Rock 15536“ wohl genauer auf sich hat. Gefunden habe ich unter anderem eine Analyse der Zusammensetzung (PDF), die mir der arme Lars wohl demnächst mal wird erläutern müssen, sowie… einen Link zu einem Auktionshaus.

Von wegen „Hilfsmittel“. ^^ Ich weiß nicht, wie groß die Auflage dieses Reliefs gewesen ist. Aber ich gehe jede Wette ein: Kein anderes Exemplar hat so gute und handfeste Dienste geleistet wie dieses eine. Soll mir noch einer sagen, Kunst sei im Alltag nutzlos!

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* Die Buchstaben des Braille-Alphabets basieren auf einem System von 6 Punkten, die wie die Sechs auf einem Würfel angeordnet sind. Jedem Buchstaben ist hierbei eine bestimmte Kombination von Punkten aus dieser Matrix zugewiesen. Brailleschrift und die daraus entstehenden Bücher verbrauchen eine Menge Platz. Man kann die Buchstaben und Zeilenabstände ja nur bedingt verkleinern, weil ab einem gewissen Grad das „Auflösungsvermögen“ der Fingerkuppen nicht mehr ausreicht, um die verschiedenen Punktkombinationen voneinander zu unterscheiden und zu trennen. Um dennoch Platz und beim Lesen Zeit sparen zu können, gibt es neben der Vollschrift (= fast alle Buchstaben werden ausgeschrieben) die sogenannte „Kurzschrift“, ähnlich der Stenografie. Diese habe ich nie leider gelernt. Vollschrift jedoch schon.

Fotografieren auf Mir und ISS – damals und heute

Kurz zwischendurch, zum Start ins lange Wochenende:

Wenn Alexander Gerst, Chris Hadfield oder Samantha Cristoforetti quasi in Echtzeit ihre Fotos und Videos auf Twitter mit uns Erdlingen teilen, gibt’s allerseits staundende und sehnsüchtige Augen. Und viel Lob für die Öffentlichkeitsarbeit. Sind Herr Gerst und Frau Cristoforetti etwa kommunikativer und „volksnäher“ als seinerzeit z. B. Thomas Reiter*?

Nein. Da würden wir Herrn Reiter & Co. Unrecht tun: Reinhold Ewald erklärt, wie sich die technischen Möglichkeiten in den letzten 20 Jahren gewandelt haben:

*In der Küche meiner ersten eigenen Wohnung, 1995, hing übrigens ein Bild von ihm bei Außenarbeiten an der Raumstation Mir. Säuberlich hinter Glas eingerahmt. Ich vermute, spätestens da habe ich mir bei so manchem Besucher den Ruf erworben, nicht alle Tassen im Schrank zu haben. ^^

Nicht verpassen:

Freitag, 8. Mai 2015: Alexander Gerst im Audimax der Universität Hamburg

Der Astronaut, Geophysiker und Vulkanologe Alexander Gerst kommt ins Audimax der Universität Hamburg und berichtet von seiner Mission „Blue Dot“ auf der Internationalen Raumstation ISS. Wie fühlt sich der Flug in einer Rakete an? Und wie lebt es sich wirklich in der Schwerelosigkeit? Forschung, Wartungsarbeiten, Essen und Schlafen im Weltall: Astro-Alex präsentiert Filme und Berichte, Spannendes und Nachdenkliches rund um sein Space-Abenteuer.

Weitere Infos: https://www.cen.uni-hamburg.de/press/events.html
Livestream: https://lecture2go.uni-hamburg.de/live

Für Kinder zwischen 8 und 14 Jahren: Schicke Deine Zeichnung ins Weltall! (Einsendeschluss: 31. Oktober 2015)

Für die Untersuchung von Planeten außerhalb unseres Sonnensystems soll Ende 2017 ein Satellit mit dem Namen CHEOPS in die Erdumlaufbahn starten. Von dort aus soll er mehrere hundert Sterne beobachten und Informationen über Planeten sammeln, die diese Sterne umkreisen. Mit an Bord werden 3.000 Zeichnungen von Kindern aus allen Ländern sein, die an dieser ESA-Mission beteiligt sind. Die Bilder müssen etwas mit dem Thema Weltraum oder mit dem Satelliten selbst zu tun haben. Für den Flug ins All werden sie verkleinert auf eine Metall-Plakette graviert, die am Satelliten angebracht wird.

Weitere Infos: http://www.dlr.de/next/desktopdefault.aspx/tabid-10412/17953_read-42416/