Zwischendurch

Mit dem Mond klappt’s mittlerweile auch schon besser. Bei der EOS 5D bin ich zwar immer noch auf das APT als Fernauslöser angewiesen, und das hat so seine Tücken *), aber mit der Zeit bekommt man ja Übung.

Mond, Dortmund, 26.10.2015, 21:37 h UTC+1, Maksutov Cassegrain 127/1500, Canon EOS 5D Mark II, ISO 1600, 1/2500s

Mond, Dortmund, 26.10.2015, 21:37 h UTC+1, Maksutov Cassegrain 127/1500, Canon EOS 5D Mark II, ISO 1600, 1/2500s

Der Himmel war an diesem Abend schön klar, das Seeing aber nicht so toll. Ich habe also mit den Einstellungen herumexperimentiert und ISO-Zahl und Belichtungszeit so lange gegeneinander ausgespielt, bis das Gewaber fast eliminiert war.

Wünschen würde ich mir, einmal von jedem Tag eines Mondzyklus ein gutes Foto hin zu bekommen und daraus eine Art Poster zu basteln.
Ja. Ich weiß. Dazu müsste ich wohl auf den Mount Everest. Und noch viel lernen. ;-)
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1. Nach jedem Foto muss man im APT erst wieder auf das Live-View der Kamera umstellen – und dann wieder zurück, um wieder in die Live-Vorschau des APT zu kommen. Dadurch verliert man etwas Zeit.
2. Bei jeder Umstellung von Live-View an der Kamera auf Vorschau im APT (denn beides gleichzeitig geht nicht) werden allerdings Belichtungs- und ISO-Werte wieder auf die Maximalwerte der jeweiligen Kamera zurückgesetzt. Das ist extrem lästig, denn dadurch verliert man noch mehr Zeit.
3. Der Zoom der APT-Vorschau ist recht langsam.
4. Wie schon in einem Kommentar zu einem anderen Beitrag bemerkt: APT zeigt mir die voraussichtliche spätere Aufnahme in Gänze, bei ca. 10% der eigentlichen späteren Bildgröße. Um die Aufnahme bzw. die Vorschau im Live View am Rechner scharf zu stellen, muss ich mir den Ausschnitt des Gesichtsfeldes, der das anvisierte Objekt enthält, mit 100% oder wenigstens 50% der tatsächlichen Bildgröße auf den Bildschirm zoomen, sonst sehe ich ja die Kanten des Objekts gar nicht. Das hat aber natürlich ungefähr denselben Effekt, als hätte ich bei der visuellen Beobachtung von z. B. einem 32er auf ein 10er Okular gewechselt. Die Folge: Das Objekt läuft mir mit rasender Geschwindigkeit aus dem Bildausschnitt des Preview.

Dennoch muss ich zugeben, dass ich die große Vorschau des APT durchaus zu schätzen weiß. Dass ich noch keine Montierung mit Nachführung habe, ist ja meine eigene Schuld. Für Beobachtungen in der freien Wildbahn, statt auf dem Balkon, wäre das APT bzw. der dafür notwendige Laptop allerdings etwas umständlich.

Blinde Passagiere an Bord

Natürlich ist es nicht wirklich überraschend: Auf der ISS tummeln sich nicht nur Astronauten und Versuchslebewesen, sondern auch Bakterien. Trotz gründlicher Vorsorge lässt sich das nicht ganz vermeiden, denn Menschen haben nun mal Bakterien an sich. Und nicht nur das: Man kann sogar einzelne Individuen lediglich anhand ihrer Mikroben-Signatur eindeutig voneinander unterscheiden.

Corynebacterium diphtheriae

Corynebacterium diphtheriae, By Microrao (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)%5D, via Wikimedia Commons

Inzwischen hat man dank der DNA-Sequenzierung allerdings neue Methoden, um auch Art und Ausmaß der Kontamination auf der ISS genauer zu überprüfen. Das ist die eigentliche Nachricht an der Meldung, die in den vergangenen Tagen durch die Medien ging. Hier hat gerade das Ausmaß der Verunreinigung die Forscher nun doch überrascht, denn im Vergleich zur bakteriellen Belastung so genannter „Clean Rooms“ auf der Erde war – trotz umfangreicher Prophylaxemaßnahmen – die ISS wesentlich stärker verkeimt als Erstere. [1] *) Man vermutet, dass ein Teil der Mikroben über die Nutzlasten eingeschleppt wird, obwohl auch diese vor dem Verladen gründlich gereinigt werden.

Was auf der Erde ganz normal, relativ harmlos und in gewissem Ausmaß sogar nützlich ist (man denke nur an unsere Darm- und Hautflora), kann sich im Weltraum zu einem großen Problem auswachsen. Dies ist seit langem bekannt, und es sind mindestens drei Faktoren beteiligt, die derzeit weiter erforscht werden:

– Geschwächtes Immunsystem –
Erstens hat sich herausgestellt, dass längere Aufenthalte im All das Immunsystem der Astronauten schwächen. Stress, Strahlung und Schwerelosigkeit beeinträchtigen die Fähigkeit der Immunzellen, bestimmte Gene rechtzeitig zu aktivieren und so auf Viren, Bakterien, Pilze etc. zu reagieren. [2] [3] Die Signalübertragung wird erschwert [4], und obendrein verändert sich in der Schwerelosigkeit das Zytoskelett der Zellen. Sie verlieren somit an Motilität und können sich daher nicht mehr aktiv fortbewegen, um die Pathogene aufzuspüren und zu vernichten. [5]

– Stärkere Virulenz –
Damit jedoch nicht genug: Viele Erreger (darunter übrigens auch Karies) werden unter Schwerelosigkeit noch virulenter als sie unter irdischen Bedingungen ohnehin schon sind. Im Fall von Salmonellose-Erregern konnten Forscher 2007 nachweisen, dass dies mit dem RNA-bindenden Protein Hfq zusammenhängt. [6] Hfq spielt sehr vereinfacht ausgedrückt den Vermittler zwischen kleiner RNA und Boten-RNA. Es reguliert so in vielen Bakterien die Genexpression unter Stressbedingungen. Darüber hinaus weisen Bakterien unter anhaltender Schwerelosigkeit dickere Zellwände auf, sind widerstandsfähiger gegen Bekämpfungsmittel, haben einen größeren Hang, einen Bakterienrasen zu bilden und weisen zudem eine längere Überlebenszeit in menschlichen Fresszellen auf. [7] Zu allem Überfluss führt Schwerelosigkeit bei zahlreichen Bakterien auch noch zu einer erhöhten Toleranz gegenüber veränderten Temperaturen, osmotischen Verhältnissen und pH-Werten. [8] Sie werden zu veritablen Super-Bakterien.

– Verbreitungswege –
Unter irdischen Bedingungen sinken die Erreger irgendwann auf den Boden herab. In Raumfahrzeugen jedoch verbleiben sie in der Luft und können so viel leichter eingeatmet oder verschluckt werden oder sich über das Belüftungssystem in sämtliche Winkel des Fahrzeugs oder der Station verteilen. Überdies liegt es in der Natur der Sache, dass Raumfahrzeuge zur Belüftung nicht auf Frischluft zurückgreifen können. Somit werden die Erreger ständig im Kreis herum geschickt.

Natürlich werden, wie oben bereits erwähnt, vor und auf Raumflügen schon heute eine Reihe von Prophylaxe- und Gegenmaßnahmen implementiert:

– Möglichst gründliche Reinigung aller Gegenstände, die auf die ISS gelangen,
– Check-Ups und Impfprogramme
– Quarantäne vor dem Flug
– Verwendung von Erreger abweisenden oder gar bekämpfenden Materialien
– Hygieneprogramme

Antibiotika scheinen zwar eine einfache Lösung zu sein, jedoch verzeichnen Forscher zunehmend Resistenzen. Man sollte sie daher so sparsam wie nur irgendw möglich verwenden. Obendrein werden Antibiotika nicht von jedem vertragen und zerstören mit den Krankheitserregern oft auch Teile der Darmflora. Diese mit den wenig naturbelassenen Nahrungsmitteln der Astronauten wieder herzustellen, könnte schwierig sein. Es spricht also einiges dafür, der Vermeidung von Infektionen gegenüber der Bekämpfung den Vorrang zu geben.

Allerdings hat diese Strategie über längere Zeit unter Umständen auch Nachteile. Es gibt Hinweise darauf, dass statt der Infektionen dann verstärkt Autoimmunerkrankungen und Allergien auftreten könnten. [9] Diese sind oft noch schlechter behandelbar als akute Infektionen. Dennoch ist aber nicht von der Hand zu weisen, dass das Problem mit Bakterien in Raumfahrzeugen um so besser lösbar ist, je besser man Art und Ausmaß der Belastung kennt. Hier ist der neue Nachweisansatz über die DNA-Sequenzierung durchaus von Vorteil, denn man kann genauer identifizieren und gezielter bekämpfen.

Insgesamt gab es bisher rund 30 Infektionserkrankungen bei Besatzungsmitgliedern. Sie waren jedoch relativ gut behandelbar, und notfalls hätte man die Betroffenen auch relativ schnell zur Erde zurück holen können. Gerade auf erdfernen Langzeitflügen wird man allerdings darauf angewiesen sein, derartige Gefahren frühzeitig zu erkennen und einen Ausbruch der Infektion zu verhindern. Wann immer der erste Langzeitflug nun tatsächlich stattfinden mag…

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*) In den von Checinska, Probst etc. untersuchten Proben fanden sich unter anderem Schönheiten wie das Corynebakterium, welches Atemwegserkrankungen wie Diphterie hervorruft, und das Propionibakterium, ein Akne-Erreger, der aber auch Hirnabszesse und Arthritis verursachen kann. Derartige Erkrankungen sind gerade während einer Mission natürlich gelinde gesagt etwas unwillkommen.

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In diesem Video erklärt Millie Hughes-Fulford ihre eigenen Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der T-Zellen-Aktivierung:

[1] Aleksandra Checinska, Alexander J. Probst et al.: „Microbiomes of the dust particles collected from the International Space Station and Spacecraft Assembly Facilities„, Microbiome 2015, 3:50 doi:10.1186/s40168-015-0116-3

[2] „The Human Immune System in Space„, American Society for Biochemistry and Molecular Biology (ASBMB), April 2013

[3] Millie Hughes-Fulford, Jim Boonyaratakanakornkit et al.: „„Spaceflight alters expression of microRNA during T cell activation“„, The Journal of Immunology, 2011, 186, 109.16

[4] Oliver Ullrich , Kathrin Huber, Kerstin Lang: „Signal transduction in cells of the immune system in microgravity„, Cell Communication and Signaling, December 2008, 6:9

[5] http://www.esa.int/Our_Activities/Human_Spaceflight/Research/Goldfinger
sowie Michael R. Benoit, David M. Klaus: „Microgravity, bacteria, and the influence of motility„, Advances in Space Research, Band 39, Ausgabe 7, 2007, S. 1225 ff.

[6] J. W. Wilsona, C. M. Ott et al.: „Space flight alters bacterial gene expression and virulence and reveals a role for global regulator Hfq„, PNAS October 9, 2007 vol. 104 no. 41 16299-16304, doi: 10.1073/pnas.0707155104

[7] Leonard A. Mermel, „Infection Prevention and Control During Prolonged Human Space Travel„, Clin Infect Dis. 2013 Jan;56(1):123-30. doi: 10.1093/cid/cis861. Epub 2012 Oct 9.

[8] Jason A. Rosenzweig, Ohunene Abogunde et al.: „Spaceflight and modeled microgravity effects on microbial growth and virulence„, Appl Microbiol Biotechnol. 2010 January; 85(4): 885–891. Published online 2009 October 22. doi: 10.1007/s00253-009-2237-8

[9] H. Okada, C. Kuhn, H. Feillet, J.-F. Bach: „The ‘hygiene hypothesis’ for autoimmune and allergic diseases: an update„, Clin Exp Immunol. 2010 April; 160(1): 1–9. doi: 10.1111/j.1365-2249.2010.04139.x

Weitere Studien:
http://www.gizmag.com/nasa-esa-iss-microgravity-immune-system/35130/
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11710376
http://www.jleukbio.org/content/92/6/1125.full
http://www.sciencedaily.com/releases/2013/04/130422132504.htm

Eine Schnecke im Orbit

Im RSS-Feed der Italian Space and Astronautics Association (ISAA) tut sich meist nicht viel. Um so größer war meine Überraschung, als dort vor wenigen Tagen nicht nur ein neues Raumfahrt-Buch vorgestellt* wurde, sondern es sich obendrein auch noch um ein Buch für Kinder handelte.

Nun kann man bei Kinderbüchern zum Thema Weltraum und Raumfahrt ja ziemlich ins Klo greifen. Hier jedoch hat sich die Autorin wissenschaftliche Unterstützung von der ESA sowie der ISA geholt. Zusätzlich hat sie mit der Astronautin Samantha Cristoforetti eine kompetente „Patin“ für das Buch gewonnen, die die Entstehung der Geschichte Schritt für Schritt mitverfolgte. Außerdem basieren die Illustationen offensichtlich auf konkreten Fotos, sind also keine reinen Phantasieprodukte irgendeines Space-Romantikers:

„Uma, la Ciocciola in Orbita“, von Manuela Aguzzi, illustriert von Andrea Mariconti, erschienen im Juli 2015 bei Carthusia Edizioni.

'Uma, la Chiocciola in Orbita', Illustrationsausschnitt

‚Uma, la Chiocciola in Orbita‘, Illustrationsausschnitt

Um es gleich vorweg zu sagen: Dies ist natürlich kein Sachbuch à la „Was ist was“, sondern eine Geschichte. Uma, eine kleine Schnecke, purzelt versehentlich kurz vor dem Start in eine Sojus-Kapsel** und findet sich unverhofft auf der ISS wieder. Der atemberaubende Blick aus der Kuppel der Raumstation lässt sie aber schnell ihre Furcht und Überraschung überwinden. Neugierig und zunächst unentdeckt beobachtet sie von nun an wochenlang die Astronauten der ISS bei allem, was diese tun. Bis sie eines Tages ins Gesichtsfeld einer Kamera gelangt und vom Kontrollzentrum gefunden wird…

Die Geschichte erzählt im Folgenden, wie Uma mit Hilfe von Samantha Cristoforetti, der zweiten Hauptperson des Buches, ein Teil der Besatzung wird. Sie rettet nicht nur eines von Samanthas Experimenten und schließt mit der Astronautin Freundschaft, sondern macht am Ende sogar eine eigene wissenschaftliche Entdeckung.

Die Altersempfehlung des Buches lautete für Fünf- bis Achjährige. Das scheint mir persönlich etwas zu hoch gegriffen; ich hätte eher vier bis sechs Jahre veranschlagt. Das Buch ist großflächig und wunderschön leicht wirkend illustriert, mit relativ wenig Text pro Seite. Es enthält aber dennoch eine ganze Reihe quasi nebenbei erwähnter Fakten über das Leben auf der ISS. Ein Teil der Texte ist um 45, 90 bzw. 180° zur üblichen Leserichtung gedreht. Vor dem Umblättern weiß man eigentlich nie direkt, wo man als Nächstes weiterlesen muss, was sehr schön eine Beobachtung der kleinen Schnecke illustriert: Im Orbit sind oben und unten nicht mehr vorgegeben.

'Uma, la Chiocciola in Orbita', Ausschnitt

‚Uma, la Chiocciola in Orbita‘, Ausschnitt

Auf den letzten paar Seiten können die Kinder schließlich ihre eigenen Ideen zu Papier bringen. An dieser Stelle enthält das Buch Vorschläge und darunter Platz für die Einträge der Kinder: Das Logo für die eigene Weltraummission zeichnen, ein eigenes „Schwerelos-Kinderzimmer“ malen oder beschreiben, ein wissenschaftliches Experiment ausdenken oder eine Liste erstellen, was sie selbst mit auf eine Reise ins All nehmen würden.

Mein eigener Nachwuchs ist für das Buch schon ein paar Jahre zu alt, nehme ich an, aber ich werde es dennoch aufbewahren und wahrscheinlich bei Gelegenheit verschenken. Wie Frau Cristoforetti im Vorwort so schön sagt:

Kinder sind ein besonderes Publikum. Wenn sie zu Besuch ins Raumfahrtzentrum kommen, haben sie unendlich viele Fragen und legen eine Begeisterung für das Weltall an den Tag, die man unbedingt fördern sollte. (…) Uma verdient sich dank der ihr eigenen Neugier, Mut und Großzügigkeit in der Geschichte ihren Platz in der Besatzung. Ich ermutige hiermit die kleinen Leser, diese Eigenschaften ebenfalls zu entwickeln und wünsche mir, dass sie ihnen helfen werden, jede Angst zu überwinden und in ihrem Leben große Dinge zu tun.

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* Nein, das Buch handelt nicht direkt von Cristoforettis Mission, wie die ISAA ihren Artikel fälschlicherweise übertitelt.

* Kleiner Kritikpunkt: Im Buch ist nur von „Razzo“ („Rakete“) die Rede. Vielleicht will man die Kinder hier nicht mit zu vielen Details überfordern, aber ich bin beim Lesen dennoch leicht zusammengezuckt.

Jupiter. Wieder viel gelernt.

Pünktlich zur Anschaffung des Mak vor ein paar Wochen gab es natürlich nicht nur schlechtes Wetter, sondern es verdrückten sich auch noch sämtliche Planeten samt Mond vom Nacht- an den Morgenhimmel. Das war ein bisschen doof, denn über das Alter der durchzechten Nächte bin ich inzwischen hinaus, während aber dasjenige der senilen Bettflucht offensichtlich noch auf sich warten lässt.

Aber was tut man nicht alles, wenn man denn endlich mal schönes Wetter, ein Teleskop und Kameras zum Experimentieren hat? Man steht sogar eine Stunde vor dem eigentlichen Weckerklingeln auf, um beispielsweise zur Abwechslung mal den Jupiter einzufangen.

Jupiter

Jupiter und (von unten) Kallisto, Io, Europa und Ganymed. Dortmund, 06:24 UTC+2, Maksutov Cassegrain 127/1500, Canon EOS 5D II, ISO 3200, 0,3 s

Nachdem bisher immer der Mond als Fotomodell herhalten musste, war dies mein erster Versuch, einen Planeten zu erwischen. Tja, und von ca. 30 Fotos mit verschiedensten Einstellungen sind gerade mal vier halbwegs brauchbar geworden. Der Rest war zu hell und verwischt, zu dunkel und verwischt, dann wieder scharf, aber zu detailarm, und, und, und. Mal sieht man die Streifen des Jupiter, aber dessen Konturen sind verwaschen und die die Monde sind weg. Dann wiederum sieht man die Monde recht plastisch, aber der Planet ist überstrahlt, so wie auf dem obigen Foto. (Zugeschnitten, aber ansonsten unverändert.) Da hilft auf die Dauer wohl nur ein Komposit bzw. Stacking, nehme ich an. Und vermutlich wäre es daher auch sinnvoller, statt einzelner Fotos ein Video aufnzunehmen. Ob das aber ohne Nachführung überhaupt einen Sinn hat, möchte ich bezweifeln. Denn so schnell, wie mir die Planeten aus dem Gesichtsfeld rasen, bekäme ich nur Aufnahmen von bestenfalls ein paar Sekunden hin. Über kurz oder lang steht also wohl die nächste Anschaffung ins Haus. ;-)

Aber immerhin ist mir bei den bisherigen Experimenten eines klar geworden: Fotos von ganzen Konstellationen samt Landschaft sind zwar sehr schön anzusehen, reizen mich persönlich aber bei meinen eigenen Versuchen überhaupt nicht. Ich möchte „nah ran“ und Details sehen, so wie beim Mond der letzten Wochen, so wie heute morgen, so wie damals im Verein, und so wie eigentlich auch schon als Kind mit dem Fernglas meines Vaters. Optisch dort hin reisen, wo ich persönlich nie hin gelangen werde. Eine Ausnahme könnte die Milchstraße sein, von der Mitblogger Jan Hattenbach vor einer Weile großartige Aufnahmen aus Chile gepostet hat. Die Milchstraße allerdings bekommt man hier erst im tiefsten Sauerland zu sehen – wenn überhaupt.

Kurz und Knapp: Apollo-Fotos, ESA-Cubesats, Akatsuki & mehr

Unter der Rubrik „Kurz & Knapp“ finden sich Hinweise und Links auf Meldungen und Webseiten, die mir nebenbei auffallen, aber auf die Schnelle keinen eigenen Blogeintrag hier erhalten. Sei es, weil mir die Zeit fehlt, sei es, weil sie am besten für sich selbst stehen oder das Thema Raumfahrt eher am Rande betreffen:

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Fotos der Apollo-Missionen:
Die NASA hat die Fotos der Apollo-Missionen als „Public Domain“ auf Flickr veröffentlicht, und es sind wirklich grandiose Aufnahmen dabei:
https://www.flickr.com/photos/projectapolloarchive/albums

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Fly Your Satellite from the ISS

The Danish flag will fly high on Monday when two small satellites, designed and built in Denmark, are released from the International Space Station and start their mission in space: the student-built AAUSay-5 and the professional technology demonstrator GomX-3. (…) With AAUSat-5, ESA is inaugurating a new branch of the initiative: Fly Your Satellite from the ISS!

http://www.esa.int/Our_Activities/Space_Engineering_Technology/ESA_CubeSats_set_for_Monday_release

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„Japan: Akatsuki wieder auf dem Weg zur Venus“: Fünf Jahre nach dem misslungenen ersten Versuch soll die Sonde diesmal endlich in die Umlaufbahn der Venus einschwenken und dort das Wetter und die Oberfläche untersuchen.
http://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/29092015204806.shtml
http://global.jaxa.jp/projects/sat/planet_c/topics.html#topics5594

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Teleskop-Netzwerk für Amateure::
Profis können es schon lange: Beobachtungszeit an den großen Teleskopen auf der ganzen Welt buchen und dort von den gewünschten Himmelsregionen Aufnahmen machen lassen. Ein US-Amerikaner möchte für Amateure das Äquivalent dazu schaffen:

Spacey is currently building a remote telescope system for popular, educational, or general astronomy purposes. You will be able to remote into our telescopes from our website to edit and share your images with other astronomers.

https://www.youtube.com/c/spaceysciences
https://twitter.com/spacey_sci
http://spacey.io/

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Fiktion und (hoffentlich irgendwann…) Wirklichkeit: Darsteller des „The Martian“-Films und Experten der NASA disktuieren die Möglichkeit einer Marsmission. Beim Zeitrahmen (die 30er-Jahre dieses Jahrhunderts? No way.) muss sich jemand um ca. 100 Jahre verrechnet oder vertippt haben, aber ansonsten ist das Video recht unterhaltsam:

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Ausstellung in London: Russische Raumfahrt:

Billed as the greatest exhibition of Soviet spacecraft and artifacts ever to be seen outside of Russia, „Cosmonauts: Birth of the Space Age“ opened to the public Friday (Sept. 18) at the Science Museum in South Kensington. Years in the making, the unprecedented exhibition is the result of a partnership between the museum, the State Museum and Exhibition Center Rosizo in Moscow and Russia’s Federal Space Agency Roscosmos.

Ich werde sie mir Anfang 2016 auf jeden Fall ansehen und anschließend hier berichten.
http://www.collectspace.com/news/news-091815a-cosmonauts-exhibition-science-museum.html

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Sensation! Wasser auf dem M: Ach, lassen wir das.

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Ein Gruß aus der letzten Nacht der Schönwetterperiode in Westfalen:

 Dortmund, 02. Oktober 2015, 23:27 Uhr, Skywatcher Maksutov Cassegrain 127/1500, Canon EOS 5D II, ISO 3200 und 1/1000s.

Dortmund, 02. Oktober 2015, 23:27 Uhr, Skywatcher Maksutov Cassegrain 127/1500, Canon EOS 5D II, ISO 3200 und 1/1000s.


Vergangene Nacht hatte ich das Teleskop für (wg. der Vergrößerung afokale) Aufnahmen von Venus, Mars und Jupiter vorbereitet – und dann prompt vergessen, mir den Wecker zu stellen. Seit heute mittag ist es bewölkt. Tja. ^^